Abbildung 2Aus „Was ist eine Preisstrategie?“
Vier Preissituationen, zehn Strategien
Jede Situation ist durch eine gemeinsame Bedingung ihrer Strategien definiert. Die letzte Spalte nennt die Bedingungen, mit denen die Wahl der Befragten einherging: ohne Zusatz bei p < 0,05, die schwächeren mit p < 0,10 gekennzeichnet.
Abbildung 2Vier Preissituationen, zehn Strategien
| Situation | Strategie | Was das Unternehmen tut | Bedingungen, unter denen die Befragten sie wählten |
|---|---|---|---|
| Neues Produkt (ein neues Modell) | Abschöpfungsstrategie (Skimming) | Setzt den Einführungspreis hoch und senkt ihn im Zeitverlauf | Hohe Differenzierung im Markt; Kostennachteil durch fehlende Größenvorteile (p < 0,10) |
| Neues Produkt | Penetrationsstrategie | Setzt den Einführungspreis niedrig, um die Adoption zu beschleunigen | Kostenvorteil durch Größe; elastische Marktnachfrage; unelastische Markennachfrage (entgegen der normativen Begründung der Autoren, die elastische Markennachfrage nennt) |
| Neues Produkt | Erfahrungskurven-Preisbildung | Setzt den Preis niedrig, um Volumen aufzubauen und Kosten über Erfahrung zu senken | Hohe Differenzierung (p < 0,10, entgegen der Erwartung); keine große Produktänderung; niedrige Kapazitätsauslastung (p < 0,10) |
| Wettbewerb (ein reifer Markt) | Preisführerschaft (Leader Pricing; nicht: billigster Anbieter) | Leitet eine Preisänderung ein und erwartet, dass andere folgen | Keine bei p < 0,10 |
| Wettbewerb | Paritätspreisbildung | Passt sich dem Markt oder dem Preisführer an | Hohe Kosten; geringer Marktanteil; geringe Differenzierung; elastische Marktnachfrage (p < 0,10, entgegen der Erwartung); elastische Markennachfrage (in Tabelle 2 der Autoren erwartet, obwohl ihr Text sie erwartungswidrig nennt); hohe Kapazitätsauslastung (von den Autoren genannt, in ihrer Schätztabelle aber p = 0,57) |
| Wettbewerb | Niedrigpreisanbieter | Strebt stets den niedrigsten Preis im Markt an | Niedrige Kosten; Größenvorteile (p < 0,10); niedrige Auslastung (p < 0,10); elastische Markennachfrage (p < 0,10); kein Lernvorteil (von den Autoren genannt, in ihrer Schätztabelle aber p = 0,49) |
| Produktlinie (verwandte Produkte) | Komplementärpreisbildung | Preist das Kernprodukt niedrig, wenn Ersatzteile, Verbrauchsmaterial oder Service einen Aufschlag tragen | Hoher Gewinn aus Zusatzverkäufen |
| Produktlinie | Preisbündelung | Verkauft das Produkt im Bündel mit Ersparnis gegenüber den Einzelpreisen | Preisbildung je Verkauf oder Vertrag; elastische Markennachfrage |
| Produktlinie | Customer-Value-Pricing | Preist eine Version mit weniger Funktionen sehr wettbewerbsfähig | Preisänderungen schwer erkennbar; enge Zielgruppe; hohes Marktwachstum (p < 0,10, entgegen der Erwartung) |
| Kostenbasiert (Nachfrage schwer zu schätzen) | Kosten-plus-Preisbildung | Setzt den Preis mit einer festgelegten Marge auf die Kosten | Nachfrage schwer zu schätzen (p < 0,10; zugleich die definierende Bedingung der Situation) |
Bei breiten Tabellen horizontal wischen oder scrollen.
Quelle: Noble und Gruca (1999), Tabelle 1 (Strategiedefinitionen, S. 438), Tabellen 6 bis 8 (Logit-Schätzungen, S. 448-450) und Tabelle 9 (Zusammenfassung, S. 452), verdichtet. Befragung von 270 Pricing-Verantwortlichen für industrielle Investitionsgüter in den USA, durchgeführt 1994; Zusammenhänge mit der Strategiewahl, keine Gewinneffekte.

Aus dem Beitrag
Pricing & Umsatzarchitektur
Was ist eine Preisstrategie?
Eine Preisstrategie ist das Mittel zum Preisziel. Welche passt, hängt von der Situation ab, Kosten und Wettbewerber eingeschlossen, nicht von Gewohnheit.
Den Beitrag lesenDiese Abbildung gehört zu einem Essay: Die Zahlen stehen hier, das Argument dort.
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